Westman Shaving – warum mich diese kleine Marke aus Portugal überzeugt hat

Es gibt Marken, die nimmt man ins Sortiment, weil sie bekannt sind.

Und es gibt Marken, bei denen man irgendwann denkt:

Warum kennen die eigentlich noch nicht viel mehr Leute?

Westman Shaving gehört für mich ziemlich eindeutig zur zweiten Kategorie.

Hinter der Marke steht kein großer Kosmetikkonzern, sondern Tiago Sousa aus Portugal. Westman entstand aus seiner eigenen Suche nach einer besseren Rasur und wird bis heute sehr persönlich geführt. (Westman shaving)

Und genau das merkt man den Produkten an.

Bei Westman kommt erstaunlich viel aus einer Hand

Was ich an kleinen Artisan-Marken spannend finde, ist normalerweise ihre Freiheit.

Sie müssen nicht für einen riesigen Massenmarkt entwickeln.

Bei Westman geht das allerdings noch ein Stück weiter.

Laut Tiago entstehen praktisch alle entscheidenden Bereiche innerhalb der Marke:

  • Forschung und Entwicklung
  • Rezepturen
  • Duftkompositionen
  • Label und Verpackungsdesign
  • Fotografie
  • Kundenservice

Produziert wird von Hand und in kleinen Chargen. (Westman shaving)

Das finde ich bemerkenswert.

Denn dadurch hat Westman eine ziemlich klare Handschrift.

Man bekommt nicht das Gefühl, dass hier eine Rasierseife von Firma A produziert, der Duft von Firma B eingekauft und anschließend nur noch ein schönes Etikett daraufgeklebt wird.

Produkt, Duft und Auftritt gehören zusammen.

Was mich zuerst bekommen hat? Ganz klar die Düfte.

Westman ist für mich keine Marke, bei der ich nur auf die Seifenbasis schaue.

Die Düfte spielen eine riesige Rolle.

Tiago beschreibt selbst, dass seine Duftideen aus Orten, Erinnerungen oder bestimmten Empfindungen entstehen. (Westman shaving)

Und das merkt man.

Sintra ist dafür ein schönes Beispiel.

Zitrone und Meeresluft treffen auf Lavendel, Neroli und grüne Noten, später kommen Tabak, Tonkabohne, Moschus und Sandelholz dazu. Die Idee dahinter ist nicht einfach „frisch“, sondern die Landschaft und Atmosphäre rund um Sintra. (Westman shaving)

Gerês geht wiederum in eine deutlich grünere, naturverbundenere Richtung und orientiert sich an der portugiesischen Landschaft, mit unter anderem Eichenmoos, Wacholder, Majoran, Patchouli und Vetiver. (Westman shaving)

Genau solche Konzepte mag ich.

Nicht einfach:

Fresh. Sport. Classic.

Sondern ein Duft hat tatsächlich eine Idee.

Halo oder Nirvana – und warum Westman zwei völlig unterschiedliche Bases hat

Auch bei der Rasierseife macht Westman es sich nicht einfach.

Es gibt zwei unterschiedliche Seifenbasen.

Nirvana – die talgbasierte Variante

Nirvana basiert unter anderem auf Talg, Lanolin, Ziegenmilch, Kokum- und Mangobutter sowie verschiedenen pflanzlichen Ölen.

Westman beschreibt Nirvana als Weiterentwicklung seiner ursprünglichen Rezeptur mit Fokus auf stabileren Schaum, Gleitfähigkeit und Hautgefühl nach der Rasur. (Westman shaving)

Für mich ist das die klassische, reichhaltige Richtung.

Halo – komplett vegan

Halo wurde dagegen als eigenständige vegane Base entwickelt.

Darin finden sich unter anderem Kokum-, Mango-, Kakao-, Cupuaçu- und Sheabutter sowie Avocado-, Jojoba- und Brokkolisamenöl.

Westman legt hier großen Wert auf einen sehr dichten, wasseraufnahmefähigen Schaum und hohe Gleitfähigkeit. (Westman shaving)

Und das ist für mich wichtig:

Halo soll nicht einfach „Nirvana ohne Talg“ sein.

Es ist eine eigene Rezeptur mit einem eigenen Charakter.

Genau solche Unterschiede machen eine Marke für mich interessanter als zehn nahezu identische Seifen.

Und nach der Rasur geht es weiter

Bei Westman endet die Duftlinie nicht mit der Rasierseife.

Es gibt sowohl den klassischen Invigorating Splash als auch den Emulsion Balm.

Der Splash ist alkoholbasiert und kombiniert Alkohol und Hamamelis unter anderem mit Glycerin, Aloe Vera, Rosenwasser, Kamille und Allantoin. (Westman shaving)

Der Balm geht bewusst in die andere Richtung: alkoholfrei, cremiger und stärker auf Pflege ausgelegt. Hamamelis bildet auch hier die Basis, ergänzt unter anderem durch Glycerin, Jojobaöl und Vitamin E. (Westman shaving)

Welche Variante besser ist?

Für mich gibt es darauf keine allgemeine Antwort.

Wer dieses klassische frische Splash-Gefühl liebt, wird wahrscheinlich beim Splash landen.

Wer es milder und reichhaltiger möchte, eher beim Balm.

Und genau hier wird Westman für mich inzwischen besonders spannend

Denn mittlerweile hört die Duftwelt nicht einmal beim Aftershave auf.

Viele der Westman-Düfte gibt es zusätzlich als Eau de Toilette.

Und das verändert die Sache.

Plötzlich kann ich einen Duft von der Rasierseife über das Aftershave bis zum richtigen Duft weiterführen.

Rasierseife → Aftershave → Eau de Toilette.

Genau diese komplette Duftwelt finde ich bei einer Artisan-Marke extrem spannend.

Und sie war auch einer der Gründe, warum wir unser Westman-Sortiment bei The Gentleman’s Shave weiter ausgebaut haben.

Warum Westman zu The Gentleman’s Shave passt

Ich möchte nicht einfach möglichst viele Marken im Shop haben.

Eine Marke muss für mich einen Grund haben, da zu sein.

Bei Westman sind es mehrere:

Eigenständige Düfte.

Zwei unterschiedliche Seifenbasen.

Produktion in kleinen Chargen.

Ein Gründer, der sichtbar hinter seinen Produkten steht.

Und mittlerweile eine Duftwelt, die weit über die eigentliche Rasur hinausgeht.

Natürlich muss am Ende trotzdem die Performance stimmen.

Eine schöne Geschichte allein sorgt nicht dafür, dass eine Klinge vernünftig über die Haut gleitet.

Aber genau die Kombination finde ich bei Westman spannend:

Das Produkt funktioniert – und trotzdem bleibt genug Persönlichkeit übrig.

Mein Fazit

Westman war für mich keine Marke, die einfach noch einen freien Platz im Sortiment füllen sollte.

Je mehr ich mich mit den Produkten beschäftigt habe, desto interessanter wurde sie.

Und inzwischen ertappe ich mich regelmäßig bei dem Gedanken:

Von Westman könnten wir eigentlich noch ein bisschen mehr gebrauchen.

Was bei einem kuratierten Sortiment wahrscheinlich gleichzeitig Kompliment und Gefahr ist.

Aber genau solche Marken möchte ich bei The Gentleman’s Shave haben.

Nicht einfach Produkte, die ihren Zweck erfüllen.

Sondern Marken, bei denen man neugierig wird, was als Nächstes kommt.

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