Warum manche Rasierseifen einfach nicht leer werden

Warum manche Rasierseifen einfach nicht leer werden

Es gibt bei klassischer Nassrasur irgendwann einen ziemlich absurden Moment.

Man kauft eine neue Rasierseife.

Dann noch eine.

Dann kommt eine interessante Limited Edition.

Und irgendwann schaut man ins Regal und stellt fest:

Eigentlich müsste ich mich die nächsten Jahre überhaupt nicht mehr mit Rasierseife eindecken.

Mache ich natürlich trotzdem.

Denn eine gute Rasierseife hält erstaunlich lange.

Und wenn man mehrere davon besitzt, entsteht ein kleines mathematisches Problem.

Eine Dose hält länger, als man denkt

Für eine Rasur braucht man keine riesige Menge Seife.

Je nach Produkt, Pinsel und eigener Gewohnheit wird pro Rasur nur relativ wenig verbraucht.

Wer nur eine einzige Rasierseife verwendet, bekommt die Dose deshalb irgendwann leer.

Sobald aber fünf, zehn oder noch mehr Sorten rotieren, sieht die Sache anders aus.

Dann kommt jede einzelne Seife vielleicht nur noch alle paar Wochen dran.

Und plötzlich merkt man:

Diese Dose steht hier schon verdächtig lange.

Genau hier beginnt die Rotation

Ich kenne das selbst.

Man steht vor dem Regal und überlegt nicht:

„Welche Seife muss endlich leer werden?“

Sondern:

„Worauf habe ich heute Lust?“

Etwas Frisches?

Etwas Dunkleres?

Ein Duft, den man länger nicht benutzt hat?

Vielleicht eine Sorte, die gerade zur Jahreszeit passt?

Und damit bekommt jede neue Seife automatisch weniger Einsätze.

Das ist schlecht für den Verbrauch.

Aber ziemlich gut für den Spaß an der Sache.

Das Problem mit dem Lieblingsduft

Noch paradoxer wird es bei Sorten, die man besonders gerne mag.

Eigentlich müsste man sie ständig benutzen.

Stattdessen passiert bei manchen genau das Gegenteil:

Man wird plötzlich sparsam.

Vielleicht ist die Sorte limitiert.

Vielleicht wird sie nicht mehr hergestellt.

Oder man weiß schlicht nicht, ob man sie später noch einmal bekommt.

Dann steht da irgendwann eine fast volle Dose, die angeblich zu den Lieblingsseifen gehört – und trotzdem nur zu besonderen Gelegenheiten benutzt wird.

Völlig logisch ist das nicht.

Aber jeder Sammler kennt wahrscheinlich eine ähnliche Situation.

Und dann kommt schon die nächste interessante Sorte

Genau das ist wahrscheinlich der eigentliche Grund, warum Rasierseifen so selten leer werden.

Nicht weil sie nicht benutzt werden.

Sondern weil ständig etwas Neues dazukommt.

Eine neue Marke.

Eine neue Duftidee.

Eine saisonale Edition.

Oder eine Sorte, von der jemand erzählt und bei der man sofort denkt:

Die muss ich wenigstens einmal riechen.

Und damit beginnt die nächste Dose ihre Karriere im Badezimmer.

Muss man Rasierseife deshalb sammeln?

Natürlich nicht.

Wer einfach nur eine gute Rasur möchte, braucht keine zehn Sorten.

Eine hochwertige Rasierseife kann völlig ausreichen.

Aber sobald klassische Nassrasur zum Hobby wird, verändert sich die Sache.

Dann geht es nicht mehr nur darum, ein Produkt aufzubrauchen.

Es geht auch darum, auswählen zu können.

Heute diese.

Morgen eine andere.

Und irgendwann vielleicht wieder genau die Sorte, die man seit drei Monaten nicht angerührt hat.

Bei der Sortimentsplanung sehe ich genau dieses Verhalten wieder

Auch im Shop merkt man, dass Rasierseife nicht ausschließlich wie ein klassisches Verbrauchsprodukt gekauft wird.

Kunden wollen nicht immer nur Ersatz für eine leere Dose.

Sie wollen neue Marken kennenlernen, andere Düfte ausprobieren oder eine interessante Edition entdecken.

Und genau deshalb schaue ich bei neuen Sorten nicht nur darauf, ob wir bereits „genug Rasierseife“ haben.

Die wichtigere Frage ist:

Bringt diese Sorte etwas mit, das unsere bisherigen Produkte noch nicht haben?

Denn die zehnte nahezu identische Seife braucht wahrscheinlich niemand.

Die eine komplett andere dagegen vielleicht schon.

Mein Fazit

Rasierseife ist eigentlich ein Verbrauchsprodukt.

Eigentlich.

Bis man mehrere davon besitzt.

Dann wird aus Verbrauch plötzlich Rotation.

Aus Rotation wird Auswahl.

Und aus Auswahl wird irgendwann ein Regal, bei dem man sich ernsthaft fragen muss:

Wann soll ich das eigentlich alles aufbrauchen?

Die ehrliche Antwort?

Wahrscheinlich gar nicht.

Und irgendwie ist genau das Teil des Hobbys.

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